Selbst­ver­ständ­nis

Was will das Netzwerk?

Geld sammeln zur Sicherung der Existenz und der finanziellen und politischen Unabhängigkeit bestehender und zukünftiger linker Infrastruktur in Göttingen.

Diese Infrastruktur ist wertvoll, weil sie soziale und politische Räume eröffnet, welche die engen Grenzen einzelner politischer Zusammenhänge überschreiten. Im Idealfall handelt es sich um offene Anlaufstellen des Lernens, für Begegnungen, Informationsaustausch, Diskussionen und solidarische Unterstützung. Die Einrichtungen gehören allen und niemandem, sie sind für den Austausch in und zwischen linken Bewegungen und für deren Repräsentanz im öffentlichen Raum unersetzlich.

Projekte

  • Erstes Projekt: 25.000 Euro für den Buchladen - ist nun geschafft! (siehe aktueller Stand). Da aber leider neben dem Dispokredit auch noch private Kredite zurückbezahlt werden mußten ist der Dispo damit noch nicht getilgt; wir haben deshalb auf der Alte Schwestern Versammlung in 2008 beschlossen noch weiter zu sammeln, bis alle Schulden auf Null konvergiert sind.

  • Danach denkbar: GöDru (Entschuldung),

  • Theaterkeller (Hauskauf), Weltladen (Raumsicherung)…

  • In Zukunft vielleicht: Ein offener Raum, ein Soziales Zentrum….

  • Abzuraten: Dauerhafte Lohnfinanzierung

  • Nie: Kommerzielles, thematische Kampagnen, Einrichtungen ohne Bezug zu den Bewegungen u.ä.

Die Alten Schwestern legen nach Erreichen eines Ziels fest, wofür und bis zu welchem Betrag als nächstes gesammelt wird. Der Stand wird regelmäßig bekannt gegeben.

Vorteile des Alte-Schwestern-Netzwerks

  • Politische und finanzielle Unabhängigkeit von den schwindenden Geldquellen Staat, Parteien, Stiftungen, AStA etc.

  • Infrastruktur steht unabhängig von der Finanzkraft einzelner Gruppen oder Personen allen zur Verfügung

  • Ausstieg für Alte Schwestern jederzeit möglich

  • Transparenz der Zahlungen

  • Newsletter und NutzerInnentreffen

  • Unkompliziert

  • Frei wählbarer monatlicher Unterstützungsbeitrag

  • Ausbaubar zu einem sozialen Netzwerk

Die Prinzipien des Alte-Schwestern-Netzwerks

  • Solidarische Finanzierung: Verdienende zahlen für Erwerbslose, Reiche für Arme, Alte für Junge, AkademikerInnen für Studierende, reiche Gruppen für arme Gruppen…

  • Kleinspenden: Fast jeder kann sie sich leisten, kein Großfinancier kann alleine bestimmen.

  • Für Infrastruktur: Finanzierung von Einrichtungen, die allen offen stehen – keine Finanzierung von Gruppen und ihren spezifischen Aktivitäten.

  • Regelmäßig/monatlich: Keine unzuverlässigen Einzelspenden!

  • Festes Sparziel: Ist es erreicht, wird ein neues überlegt.

  • Transparenz: Kontoauszüge sind einsehbar, die VerwalterInnen erreichbar, Infos regelmäßig per Mail,…

  • Horizontale Vernetzung: Keine Posten, kein Verein, keine Bürokratie, stattdessen längerfristige Ziele, null Ausstiegshürde, gemeinsame Entscheidungen.

Warum in Göttingen?

Göttingen ist ein Durchlauferhitzer für soziale Bewegungen. Nicht selten studiert hier eineR und verlässt später Göttingen mit Uni-Abschluss und einer grundsoliden Ausbildung als GesellschaftskritikerIn, StraßenkämpferIn, Politnik, BündnisschmiederIn, ExpertIn, Öff-ArbeiterIn etc. im Gepäck. Die Zeit in Göttingen kann Horizonte eröffnen und nicht selten macht sich das Engagement bezahlt.

Die „Ausbildung“ ist auch dank vorhandener Infrastruktur zum großen Teil kostenlos. Die finanziellen Hürden für Theorie und Praxis kritischer, linker Leute in Göttingen sind niedrig, die Möglichkeiten dennoch vielfältig.

Stellen wir uns und unseren (ehemaligen) Weggefährten die Frage: Willst Du, dass es für die jungen und die einkommenslosen Schwestern die gleichen Möglichkeiten gibt, wie Du sie nutzt oder genutzt hast? Wenn ja, dann braucht es einen verschmerzbaren finanziellen Beitrag – so ist leider die Lage.

Warum jetzt?

Für Kampagnen und praktische Politik findet sich meist ausreichend Geld, aber nicht für unsere Infrastruktur. In der letzten Zeit häufen sich die finanziellen Alarmmeldungen. Dabei fehlt es diesen Einrichtungen weder an NutzerInnen noch wird in ihnen Geld verprasst. Vielmehr bestehen sie seit jeher nur mit viel unentgeltlicher Unterstützung. Offenbar sind die NutzerInnen von Lohn- und Sozialdumping betroffen und ist es nicht mehr so gut möglich aus irgendwelchen Töpfen Geld zu beschaffen. Auf kurzfristige Besserung oder reiche GönnerInnen brauchen wir da nicht warten - und ständig Soli-Kampagnen zu organisieren, macht keinen Spaß. Das Alte-Schwestern-Netzwerk soll dauerhafte (!) Lösungen bringen und Spielräume für die Zukunft eröffnen.

Wieso heißt das Alte-Schwestern-Netzwerk so?

Die Drecksburschis und ihr repressiv-elitäres Zugangs- und Ausschlusssystem sind ekelhaft. Ihr Finanzierungsmodell ist allerdings schlau: Diejenigen, die Geld haben zahlen für jene, die (noch) keines haben und alle gemeinsam sichern sich Ressourcen. Bei den Burschis heißen die Zahlenden „Alte Herren“. Mit dem Männerbündischen und dem Herrschaftlichen wollen wir natürlich nichts zu tun haben. Daher der weibliche und geschwisterliche Name, wobei auf dessen Suche insgesamt wenig Gedanken verschwendet wurden. Und klar ist natürlich, dass Menschen jedweder geschlechtlicher Couleur, Staatsangehörigkeit, akademischem Hintergrund oder nicht mitmachen sollen.

Wie kann ich mitmachen?

Alte Schwestern werden:

Dauerauftrag einrichten und beim Verwalter mit E-Mailadresse anmelden. (siehe unter der Rubrik mitmachen)

Den Aufbau des Netzwerks unterstützen:

Persönlich Alte Schwestern werben kann jedeR jederzeit. Das ist das Wichtigste und Aufwendigste und funktioniert nur durch wiederholte persönliche Ansprache. JedeR kann auch gerne bei der Organisation des Netzwerks mitmachen. Im Moment läuft das in der Buchladen-Soligruppe so nebenbei, andere Lösungen sind denkbar. Kontakt am besten über den Buchladen oder die Mailadresse aufnehmen.

(C) 2008-2018 Alte Schwestern Netzwerk Göttingen | zuletzt aktualisiert: 04.02.2018